Back to the roots: Junge Lobkowitzer auf den Spuren der „Alten Lobkowitzer“

´´Back to the roots`` oder „Wer waren die Namensgeber unserer Schule?“ hieß es nach 14/15 und 15/16 bereits zum dritten Mal für eine 6. Klasse von Frau Riedel. Sie überraschte ihre 6d am Wandertag mit einer Exkursion ins Schloss Lobkowitz. Kultur, Kunst, Geschichte, politische Bildung, Religion und Heimatkunde standen auf dem abwechslungsreichen Programm. Gästeführer Herr Wolfgang Thiele, begrüßte die wissbegierigen „jungen Lobkowitzer“ am Brunnen vor dem Landratsamt und lotste sie durch das Alte und das Neue Schloss. In der Schlosskapelle gab es ein wunderbares Deckengewölbe mit einem Bilderzyklus in 17 Teilen zu entdecken, der in Europa einzigartig ist und das apostolische Glaubensbekenntnis zeigt. 1566 hatte das böhmische Adelsgeschlecht der Grafen von Lobkowitz die Herrschaft Neustadt a. d. Waldnaab übernommen, um schließlich 1807 der Stadt/ dem Schloss endgültig den Rücken zu kehren. Das Schloss ist seit 1972 Landkreissitz für den Großlandkreis Neustadt an der Waldnaab. Die Schüler kamen in den Genuss die Vorzeigeräume der Lobkowitzer in Augenschein zu nehmen und die reichhaltigen Stuckaturen und Freskomalereien der Decken zu bestaunen. Dabei durften sie auch in das Vorzimmer des Landrates Andreas Meier eintreten und später die Dauerausstellung „Von der Herrschaft zum moderneren Großlandkreis“ erkunden. Mit 66 Einwohnern pro km² gilt der Landkreis als der mit der niedrigsten Bevölkerungsdichte. Herr Thiele gab den Schülern interessante Einblicke in seinen eigenen Werdegang, die Entstehungsgeschichte des Landkreises, die Wahl der bisherigen Landräte und die Bedeutung des Landkreiswappens: Drei Sterne waren aus dem fürstlichen Wappen (Sternstein) übernommen worden, der Löwe weist auf die frühere Zugehörigkeit zur pfälzischen Linie der Wittelsbacher hin, der Balken auf die Landgrafen von Leuchtenberg. Nach seinen Ausführungen bedankte sich Frau Riedel bei Herrn Thiele mit einer Logotasse der Schule und der aktuellen „Kinder-haben-Rechte-Fairtrade-Schokolade“. Im Anschluss erhielten die Schüler einen umfangreichen Aufgabenkatalog, den Frau Riedel bereits 2015 für die damalige 6d als „Schlossrallye“ konzipiert und aktuell um museumspädagogische Inhalte erweitert hatte. Eigenständiges Arbeiten, sich orientieren lernen und Verantwortung in der Gruppe übernehmen war gefragt. Gebäude und Amtszimmer des Alten und Neuen Schlosses mussten erkundet werden. Den Wappenspruch der Lobkowitzer galt es herauszufinden („popel jsem, popel budu“ „Asche bin ich, Asche werde ich sein“). Fürst Wenzel Eusebius von Lobkowitz, der Stellvertreter des österreichischen Kaisers war der erste unter den Fürsten der Lobkowitzer, der den „Orden vom Goldenen Vlies“ erhielt. Die Schüler sollten diesen umfassend beschreiben. Als die deutsche Prinzessin Auguste Sophia in die streng katholische Familie der von Lobkowitzer einheiratete, erregte ihre Hochzeit mit Wenzel Eusebius große Aufmerksamkeit. Die Schüler entdeckten auf den Spuren der „alten Lobkowitzer“ in der Ausstellung den Grund dafür: Sie war evangelisch und blieb es – ließ sich sogar einen eigenen Gebetssaal errichten und wurde von einem Flosser Pfarrer betreut. Den Freiherrn Karl Franz Reisner von Lichtenstern lernten die Schüler in einem interessanten Beitrag als Landrichter (u. a. von Parkstein) und Heiratsvermittler kennen. Was das Prager Jesulein an den Füßen trug? – Es war barfuß. Berühmte Hofmusiker, Bischöfe, Söhne und Töchter der Stadt versteckten sich auf Infotafeln und Steinsockel. Die Schüler meisterten ihre Tour durchs Schloss mit Bravour und begegneten diesen Berühmtheiten einmal ganz anders. Wo sie vielleicht einmal ihren Führerschein abholen können, übten die Jungs und Mädels ganz nebenbei. Dabei hatte es ihnen nicht nur die Wendeltreppe im Alten Schloss, sondern auch der Aufzug darin besonders angetan!  Die Parksteiner Kinder waren absolut beeindruckt von einem grandiosen Holzmodell der Wallfahrtskirche St. Quirin, denn ein „Landsmann“ hatte es angefertigt. Das Ende der Lobkowitzrallye führte die Schüler noch in das 1. OG des Neuen Schlosses. Dort hieß es „Faszination Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald“. Es galt Tiere zu entdecken (Schwarzstörche, Biber, Marder und Feuersalamander) und in einer Holzbibliothek „nachzulesen“. Schließlich motivierte Frau Riedel die Schüler als „jetzt fast echte Lobkowitzer“ auch Eltern und Freunden das Schloss zu zeigen. Die Dauerausstellung kann zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Landratsamtes Neustadt a. d. Waldnaab besucht werden. Mit vielen neuen Eindrücken von der Schulstadt Neustadt und den „alten Lobkowitzern“ klangen ein Wandertag aus, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Last but not least and back to the roots: Am 7. Juni 1975 (also vor 44 Jahren) fand die Namensgebung der Lobkowitz Realschule statt. Ein echter Prinz: Prinz Dr. Nikolaus Maria Georg Johann Ottokar Agilulf Felix von Lobkowicz, damaliger Rektor der Universität München vertrat dabei die Lobkowitzer. Gegründet wurde unsere Schule ja bereits 1950, so dass wir nächstes Jahr 70-jähriges!!! Jubiläum feiern dürfen!
Quizfrage: Wo befindet sich in der Lobkowitz-Realschule das Wappen der Lobkowitzer? (Frag doch mal die 6d)

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