Die Studienfahrt der 9. Klassen zur Synagoge nach Floß soll zu interreligiösem Dialog, respektvollem, demokratischem Miteinander und zur Friedensbildung beitragen. Das Lernen am Lernort „Synagoge“ hilft abstrakte Vorurteile abzubauen und Menschen anderer Kulturen und Religionen besser zu verstehen. Es ermöglicht Unterschiede im Glauben und Alltag aushalten zu können, weil diese als Bereicherung einer pluralistischen Gesellschaft akzeptiert werden. Die Exkursion in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien erinnert sowohl an das blühende jüdische Leben mit 72 jüdischen Familien und mehr als 400 jüdischen Bürgern, einem Viertel der damaligen Einwohnerzahl, welche Mitte des 19. Jahrhunderts dort lebten, als auch an das schreckliche Unrecht, welches diesen Menschen unter der Nazi-Herrschaft angetan wurde. Jüdisches Leben in Floß wurde gänzlich ausgerottet, so dass es dort auch keine lebendige Religionsgemeinschaft mehr gibt. Die Referenten, Herr Muckof und Herr Schuller informierten eindrucksvoll über die Geschichte der Flosser Juden und der Synagoge. Herr Schuller berichtete, dass er selbst erst 15 Jahre alt werden musste, bevor er zum ersten Mal davon erfuhr, dass sein „Abenteuerspielplatz“ eigentlich ein „sakraler Ort“ war, der übelst geschändet und zweckentfremdet genutzt wurde. Seine wahre Bestimmung wäre beinahe in Vergessenheit geraten. Die Schüler besuchten nach der Führung den musealen Bereich der Synagoge, bearbeiteten ein Aufgabenblatt und fuhren weiter zum Jüdischen Friedhof mit seinen 451 Grabstellen. Einmal mehr konnten die Schüler lernen: Frieden beginnt vor Ort. Bildung baut Brücken – Friedensbrücken.