Wie bewegt man sich mit einem Rollstuhl durch einen Parcours? Wie spielt man Volleyball im Sitzen? Und wie wehrt man einen Ball ab, wenn man nichts sehen kann? Diesen Herausforderungen stellten sich die siebten Klassen der Lobkowitz-Realschule am Donnerstag, den 22. Oktober 2026.
Zu Gast war das Inklusionsmobil, ein gemeinsames Projekt des Deutschen Behindertensportverbands, der Aktion Mensch und REWE. Es besucht deutschlandweit Schulen, Vereine und Veranstaltungen, um Menschen mit und ohne Behinderung durch Sport zusammenzubringen und Berührungsängste abzubauen. Organisiert wurde der Besuch von Sportlehrer Andreas Kohl, Mitglied der erweiterten Schulleitung.
Die beiden Betreuerinnen des Inklusionsmobils, Lea Göbel und Naima Wieczorreck, leiteten die Jugendlichen an den drei Mitmachstationen an.
Beim Rollstuhlparcours galt es, vorwärts, rückwärts und im Slalom zu fahren. Gezielt zu lenken und Hindernisse zu umfahren, verlangte Geschick und Koordination. Dabei wurde nachvollziehbar, warum ausreichend Platz und freie Wege so wichtig sind.
Beim Sitzvolleyball bewegten sich die Jugendlichen sitzend über den Hallenboden. Den Ball zu erreichen und über das Netz zu spielen, erforderte ungewohnte Bewegungsabläufe und gute Zusammenarbeit.
Goalball stellte dagegen besonders das Gehör und die Orientierung auf die Probe: Mit Dunkelbrillen vor den Augen mussten sich die Schülerinnen und Schüler auf Geräusche, klare Zurufe und ihre Mitspielenden verlassen.
Im Interview mit unserer Schülerzeitung „Lobko News“ erläuterten die beiden Frauen, warum sie gerade junge Menschen erreichen möchten: Sie wollen früh Verständnis fördern und dazu ermutigen, gemeinsame Interessen zu entdecken. Unterschiedliche Voraussetzungen müssen kein Hindernis sein, dasselbe Hobby zu teilen.
Zugleich betonten sie, dass die Übungen den Alltag mit einer dauerhaften Behinderung nur begrenzt abbilden. Die Dunkelbrille anschließend abnehmen oder den Rollstuhl verlassen zu können, macht einen entscheidenden Unterschied. Dennoch geben die Erfahrungen konkrete Denkanstöße: Versperre ich jemandem den Weg? Sind meine Anweisungen verständlich? Sollte ich zunächst fragen, ob Hilfe gewünscht ist?
So machte der Aktionstag Rücksichtnahme und Barrierefreiheit greifbar. Die Jugendlichen konnten selbst erfahren, wie veränderte Bedingungen das Mitmachen ermöglichen und wie wichtig gegenseitige Unterstützung ist, auch über die Sporthalle hinaus.
Ein herzliches Dankeschön gilt Lea Göbel und Naima Wieczorreck für die Betreuung und das Interview, Andreas Kohl für die Organisation sowie allen weiteren beteiligten Sportlehrkräften für die engagierte Umsetzung.






